Essen für die Seele mit Ernährungsberaterin Juliane Richter aus Osterburg &
passend dazu gab es gesunde Snacks

Vortrag vom 01. September
von 16 bis 18 Uhr
Ort: Gemeindesaal der Katholischen Kirche
in Osterburg, Wallpromenade 25

Avocado, Fisch, Linsen – alle wissen, das ist gesund. Doch warum ist es so schwer, vom Ungesunden zu lassen? Ernährungsberaterin Juliane Richter erklärt bei ihrem Vortrag vor 25 Frauen und Männern in Osterburg, dass ein leckerer Vanillepudding schon mal eng mit Kindheitserinnerungen verknüpft und Schokolade der täglichen Belohnung dienlich sein kann. Solche Muster durchbrechen zu lernen, kann nicht nur der Wunschfigur helfen, sondern – und das war der besondere Fokus dieses Vortrags – auch die Behandlung einer psychischen Erkrankung unterstützend begleiten. Dazu eingeladen hatte der Landesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen Sachsen-Anhalt e. V..

Damit hat er einem Thema Raum gegeben, das noch viel zu wenig bekannt ist. So, wie der Verband auch Menschen eine Stimme gibt, die sonst kaum hörbar werden: den Angehörigen psychisch Erkrankter. Veranstaltungen wie diese organisiert der Verband mehrmals im Jahr. „Dabei ist es uns wichtig, sowohl Angehörige untereinander als auch mit Expertinnen und Experten in Kontakt und Austausch zu bringen“, erklärt Mandy Ganske-Zapf. Sie ist Vorstandsmitglied beim Verband und stellt mit ihren vier weiteren ehrenamtlichen Mitstreitern Veranstaltungen wie diese in Osterburg auf die Beine, darunter zum Thema Ernährung, aber auch zu vielen anderen Feldern, die für Angehörige und Interessierte rund um psychische Gesundheit interessant sind: von Fragen zur Medikation, der klinischen Versorgung oder dem gesellschaftlichen Umgang mit Betroffenen (Anti-Stigma-Arbeit). „Wir wollen in allen Landesteilen präsent sein – dazu gehört, jetzt auch regelmäßig etwas in der Altmark anzubieten.“

Tatsächlich war der Verband – bedingt durch seine Gründungsgeschichte – lange Zeit vor allem im Raum Halle aktiv. 1995 im Süden aus der Taufe gehoben, hatten sich dort zunächst alle Strukturen und Aktivitäten konzentriert. Seit Ende der 2010er Jahre wurde der Verband verjüngt und startete auf Landesebene neu durch. Das zeigt sich auch an der Gremienarbeit, die der Verband auf Kreisebene bereits im Raum Halle-Saalekreis, im Landkreis Börde sowie im Salzlandkreis leistet; darüber hinaus ist der Verband im Psychiatrieausschuss des Landtags aktiv. „Wir wollen nah dran sein, wenn über die Qualität der psychiatrischen Versorgung im Land gesprochen wird und den Angehörigen eine Stimme geben. Schließlich sind sie eine der unsichtbaren Stützen im Alltag der Betroffenen und springen ein, wo kein Versorgungssystem greift“, sagt Mandy Ganske-Zapf. Das würden sie auch bei den Angehörigen spüren, die sich per Telefon oder E-mail an den Verband wenden, sagt sie. „Viele dieser Menschen haben dann schon einiges hinter sich und sind am Ende ihrer Kräfte. Wir sind dann ein Lotse, der an die passenden Beratungsstellen im Land weitervermittelt.“ Zum Beispiel auch an eine Selbsthilfegruppe im Land – eine davon leitet in Magdeburg Mit-Vorstandsmitglied Birgit Gulich.

Die ehrenamtliche Arbeit des Verbandes wird nun besonders wertgeschätzt: Birgit Gulich und Mandy Ganske-Zapf sind an diesem Freitag dabei, wenn das Bürgerfest des Bundespräsidenten in Bonn gefeiert wird. Die 2500 geladenen Gäste aus ganz Deutschland stehen dort wie diese beiden stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen im Land.